Fatima – bedeutendster Wallfahrtsort Portugals

Fatima – bedeutendster Wallfahrtsort Portugals

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Fatima ist eine Kleinstadt im zentralen Teil von Portugal, die zu den bedeutendsten Wallfahrtsorten der katholischen Kirche gehört. Im Jahr 1917 erschien drei Hirtenkindern die Jungfrau Maria auf einem Feld. Drei Monate später wurden Zehntausende Menschen Zeugen eines sogenannten Sonnenwunders.  

Katholischer Wallfahrtsort in Zentralportugal

Fatima liegt rund 125 Kilometer nördlich von Portugals Hauptstadt Lissabon an der Autobahn A1. Die Hauptverkehrsroute des Landes verbindet Lissabon mit der Hafenstadt Porto. Unweit von Fatima befindet sich der Naturpark Serras de Aire e Candeeiros. Rund 11.500 Menschen leben in der Kleinstadt, die weniger ein bekannter Ferienort als vielmehr das Ziel Hunderttausender Pilger im Jahr ist. Im Zentrum der Verehrung steht die Basilika Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz. Das katholische Gotteshaus wurde zu Ehren der Marienerscheinung errichtet und zählt zu den internationalen Heiligtümern der katholischen Kirche. Weltweit sind es nur acht Stätten, die diesen Titel tragen, wodurch die Bedeutung dieses Ortes für die gesamte Christenheit unterstrichen wird.  

Fatima: Ortsname mit maurischen Wurzeln

Der Name der Kleinstadt in Zentralportugal geht auf die Zeit der maurischen Besatzung im frühen Mittelalter zurück. Im 8. Jahrhundert drangen die Mauren von Afrika kommend nach Südeuropa vor und besetzten große Teile der Iberischen Halbinsel. Im Jahr 1147 wurden die Eindringlinge von christlichen Truppen zurückgedrängt und die Region Santarem, in der Fatima lag, wurde zurückerobert. Im Jahr 1158 soll der Legende nach die Tochter eines maurischen Regionalfürsten namens Fatima von christlichen Truppen entführt und verkauft worden sein. Käufer soll der Graf von Ourem gewesen sein, in den sich die Fürstentochter verliebte und später mit ihm vermählte. Die Ortschaft, in der sie ihre letzte Ruhestätte fand, sollen die gräflichen Nachfahren nach ihr benannt haben. Die Ortschaft Fatima war geboren.  

Video: Ein Besuch im Wallfahrtsort Fátima

Marienerscheinung im Jahr 1917

Fatima wäre bis heute eine unbedeutende Ortschaft geblieben, hätte nicht eine Reihe von Ereignissen im Jahr 1917 dazu geführt, dass die Kleinstadt zu einem der wichtigsten Wallfahrtsorte der gesamten Christenheit aufstieg. Überlieferungen zufolge erschien drei Hirtenkindern am 13. Mai 1917 die Jungfrau Maria auf einem Feld nahe Fatima. Die Gottesmutter war ganz in Weiß gewandet und sprach zu den Kindern. Am Ende wurden die Hirtenkinder aufgefordert, an jedem 13. eines Monats wiederzukommen. Zwar vereinbarten die Kinder, Stillschweigen über die Erscheinung zu bewahren, doch dieses Vorhaben misslang. In den folgenden Monaten fanden sich immer mehr Menschen am 13. jedes Monats ein, um die Marienerscheinung mit eigenen Augen zu sehen.  

Das Sonnenwunder von Fatima

Für den 13. Oktober des Jahres 1917 kündigte die Erscheinung vor Tausenden Schaulustigen ein Wunder an. Am fraglichen Tag fanden sich Zehntausende Besucher auf dem Feld ein, um dem Wunder beizuwohnen. Das angekündigte Ereignis trat ein und ging als Sonnenwunder in die Geschichte ein. Die Sonne soll demnach als silbrige Scheibe hinter den Wolken hervorgetreten sein und wie ein Feuerrad rotiert haben. Seither zieht es Gläubige aus der ganzen Welt nach Fatima. Viele erhoffen sich Heilung von Krankheiten und rutschen auf den Knien der Basilika entgegen. Im Gegensatz zum Wallfahrtsort im französischen Loudres kommt in der portugiesischen Kleinstadt an erster Stelle die Sühne und erst danach die Heilung.  

Prophezeiungen der Marienerscheinung

Dass die Marienerscheinung im Jahr 1917 Prophezeiungen getroffen hat, wurde erst in den 1940er Jahren bekannt, als eines der Hirtenkinder das Schweigen brach. Die erste Vorhersage betraf einen zweiten Krieg nach dem Ersten Weltkrieg. Die zweite Prophezeiung bezog sich auf den Zerfall der kommunistischen Sowjetunion und die dritte Vorhersage beschrieb einen „weißen Bischof“, der von Kugeln getroffen wird und zusammenbricht. Ob damit das Attentat auf Papst Johannes Paul II. im Jahr 1981 gemeint sein könnte, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Allein Papst Johannes Paul II. besuchte den Wallfahrtsort im Portugal dreimal in seiner Amtszeit. Anlässlich des 100-jährigen Jahrestages der Marienerscheinung am 13. Mai 2017 stattete Papst Franziskus Fatima einen Besuch ab und sprach bei dieser Gelegenheit zwei der drei Hirtenkinder heilig.       

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